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Gendertagung 2015

„EU Handlungsempfehlungen Gender Mainstreaming im Sport und die Initiative des

Sportministers: Strategiegruppe für Gender Equality im Sport“

22.10.2015 – Haus des Sports, 1040 Wien

TeilnehmerInnen der Gendertagung:

Genderbeauftragte der Dach- und Fachverbände, Sportorganisationen sowie der Landesregierungen

ReferentInnen:

Mag.a Corina KORNER – Mitarbeiterin Büro des Sportministers

Mag. Dr. Karl Schörghuber – Leiter der Arbeitsgruppe Coaching

Mag. Rudolf Sporrer – Leiter der Arbeitsgruppe Sportgremien

Mag.a Niki Kliment – stv. Leiterin der Arbeitsgruppe Maßnahmen gegen sexuelle Gewalt

Mag.a Silvia Moosmaier – Leiterin der Arbeitsgruppe Maßnahmen gegen Stereotyping und die Rolle der Medien im Sport

Foto_Gruppe_Tagung_22102015

Abstract

Im Rahmen des Themenfelds „Good Governance“ wird seitens der Europäischen Union ein Schwerpunkt auf die Gleichstellung von Frauen und Männern im Sport gesetzt. Auch im österreichischen Sport gibt es hinsichtlich der Beteiligung von Frauen als TrainerInnen und FunktionärInnen sowie hinsichtlich der Geschlechterrepräsentanz in Medien nach wie vor erhebliche Defizite: So sind zum Beispiel nur fünf Prozent der TrainerInnen in Fachverbänden weiblich. Auch in Vorstandspositionen sind Frauen mit nur 15 Prozent vertreten.

Sportminister Klug ist es ein besonderes Anliegen, dass Frauen und Männer die gleichen Chancen und Möglichkeiten haben, sich im Sport aktiv einzubringen.

Zu Beginn des Jahres wurde daher mit Unterstützung von „100% Sport“ die „Strategiegruppe Gender Equality im Sport“ gegründet. Beim ersten Treffen mit zahlreichen PräsidentInnen und hochrangigen VertreterInnen des Österreichischen Sports, wurden Arbeitsgruppen zu vier Schwerpunktthemen eingerichtet, die auch seitens der Europäischen Union empfohlen wurden:

- Ausgewogenes Verhältnis im Coaching

- Ausgewogene Besetzung der Sportgremien

- Maßnahmen gegen sexuelle Gewalt im Sport

- Maßnahmen gegen stereotype Darstellungen in Medien

In weiterer Folge werden Maßnahmen erarbeitet, die mit Unterstützung des organisierten Sports umgesetzt werden sollen. Durch diese Maßnahmen soll die Gleichstellung im organisierten Sport in Österreich dargestellt und somit auch dessen Mehrwert gesteigert werden.

Die 4 Arbeitsgruppen haben bereits mehrere Sitzungen abgehalten, wobei zunächst der Status Quo in Österreich analysiert, Ideen und internationale Vergleiche eingeholt und Maßnahmen entwickelt wurden, welche nun bei dieser Gendertagung präsentiert wurden.

1. Impulsreferat „EU Handlungsempfehlungen - Gender Mainstreaming im Sport und die Initiative des Sportministers: Strategiegruppe für Gender Equality im Sport“:

Mag.a Corina Korner vom Büro des Sportministers und dort zuständig für den Themenbereich GeM präsentierte die Initiative des Sportministers und die Schwerpunktthemen der EU Handlungsempfehlungen. Sie erläuterte die Vorgaben der EU im Bereich GeM im Sport mit dem Zahlenmaterial, welches für den EU Raum vorliegt. Weiters wurden die Ziele für die Schwerpunktthemen „Ausgewogenes Verhältnis im Coaching“, „Ausgewogenes Verhältnis in Sportgremien“, „Maßnahmen gegen sexuelle Gewalt im Sport“ und „Maßnahmen gegen Stereotyping und die Rolle der Medien im Sport“ erläutert.

Dazu werden auch mögliche Maßnahmen zur Umsetzung präsentiert. Die EU erwartet von den Mitgliedsstaaten, dass die Ziele und Vorgaben bis 2020 erreicht werden. Daher hat der Sportminister eine Initiative „Strategiegruppe für Gender Equality im Sport“ mit vier Arbeitsgruppen jeweils zu den Schwerpunktthemen gegründet. Der Prozess wird vom Verein 100% Sport unterstützt und geleitet. Ziel ist es, bereits bis 2018 erste Ergebnisse präsentieren zu können.

Im Anhang wird die Präsentation mit den genauen Daten übermittelt.

2. Präsentation der Schwerpunktthemen:

Die LeiterInnen der Arbeitsgruppen präsentierten Ziele und Maßnahmen aus der jeweiligen Gruppe.

a. Ausgewogenes Verhältnis im Coaching:

Mag. Dr. Karl Schörghuber Professor an der Universität Wien – leitet die Arbeitsgruppe und präsentierte die Ziele und Maßnahmen. Die genauen Details dazu befinden sich in der PP.

Festzuhalten ist, dass kaum gesicherte Daten vorhanden sind. Daher wird eine Untersuchung in diesem Themenfeld wesentlich sein.

Hier ist zu festzuhalten, dass z.Zt. ein Gendermodul für die TrainerInnenausbildung erarbeitet wird, das in absehbarer Zeit umgesetzt werden soll. Dieses Modul wurde vom BMFB zusammen mit der Universität Wien und 100% Sport erarbeitet. Gestartet wurde damit vor rund 3 Jahren.

Solch ein Gendermodul ist eine Forderung der EU im Bereich „Ausgewogenes Verhältnis im Coaching“.

b. Ausgewogene Besetzung der Sportgremien:

Rudolf Sporrer –stv. Vorsitzender von 100% Sport und Mitglied des BSO-Präsidiums - leitet die Arbeitsgruppe und präsentiert die Ziele und Maßnahmen. Die genauen Details dazu befinden sich in der PP.

Dieses Themenfeld wird vom Verein 100% Sport schon seit längerem bearbeitet. Dazu erstellt 100% Sport im 3 Jahres Rhythmus eine Analyse über das Verhältnis von Frauen und Männern in Vorstandspositionen in den österreichischen Fach- und Dachverbänden sowie bundesweiten Sportorganisationen. Zurzeit sind rund 15% Frauen und 85% Männer in Vorstandspositionen tätig. Die Zahlen haben sich in den letzten 3 Jahren nur minimal verändert (14%:86%). Daher wird in der Arbeitsgruppe auch intensiv über das sensible Thema der Quote diskutiert.

c. Maßnahmen gegen sexuelle Gewalt im Sport:

Mag.a Dr.in Rosa Diketmüller – Professorin an der Universität Wien – leitet diese Arbeitsgruppe und wurde von Mag.a Niki Kliment – Leiterin des BSFZ Südstadt - vertreten.

Diese präsentiert die Ziele und Ergebnisse der Arbeitsgruppe. Die genauen Details dazu befinden sich in der PP.

In diesem Themenfeld wurden in den letzten Jahren in Österreich schon zahlreiche Aktivitäten gesetzt. Auch der Verein 100% Sport hat dazu Veranstaltungen durchgeführt und Maßnahmen eingeleitet. Die Arbeitsgruppe ist bemüht, alle Aktivitäten in den Arbeiten zu integrieren.Da keine Prävalenzdaten vorhanden sind, kann ein Status Quo nicht festgehalten werden. Daher ist auch die Erhebung des Ist-Standes wesentlicher Aspekt der Arbeit der Gruppe.

Weiters ist festzuhalten, dass Empfehlungen der Arbeitsgruppe bereits in den nächsten Monaten im organisierten Sport umgesetzt werden sollen.

d. Maßnahmen gegen Stereotyping und die Rolle der Medien im Sport:

Mag.a Silvia Moosmaier – Genderbeauftragte des BMLVS – ist Leiterin der Arbeitsgruppe und präsentiert die Ziele und Ergebnisse. Die genauen Details dazu befinden sich in der PP.

Festzuhalten ist wiederum, dass die Datenlage sehr spärlich ist. Daher wird die Erhebung von relevanten Daten eine wichtige Maßnahme sein müssen.

In dieser Arbeitsgruppe wurde darauf geachtet, dass auch VertreterInnen der Medien mitarbeiten. Hans Peter Trost (Sportchef ORF), Elisabeth Auer (Sportmoderatorin bei ATV) und Nina Strasser (Sport-Journalistin News) konnten gewonnen werden, um die Arbeitsgruppe aktiv mit ihrem Wissen zu unterstützen.

Foto_Vortrag_Tagung_22102015

3. Diskussion und Rückmeldungen der Genderbeauftragten:

In der nachfolgenden Diskussion wurden von den Genderbeauftragten folgende Wortmeldungen eingebracht:

- Ruderverband: Es gibt neuerdings im Verband einige Initiativen im Themenbereich GeM. So gibt es zwar einen männlichen Nationaltrainer und 3 männliche Stützpunkttrainer, jedoch wurden nun neu 3 Frauen eingesetzt. Diese Trainerinnen kümmern sich um den weiblichen Nachwuchs in den Stützpunkten.

- ASKÖ: Es wird angeregt, Awards/Auszeichnungen für besondere Leistungen von Frauen einzuführen. Hier sollte sich 100% Sport engagieren. So gibt es zum Beispiel auch im ASKÖ PensionistInnenverband Awards für die beste Medienberichterstattung, aber auch Kennzeichen für die schlechteste.

- Turnen: Im Fachverband Turnen dominieren die Frauen die Sportarten. So sind 70% der Trainer und 50% der Vorstandspositionen von Frauen besetzt.

Eine Quote wird eher skeptisch gesehen. Denn „Quoten Frauen“ schaden den wirklich guten Frauen. Es sollte wie im Sport mehr die Leistung im Vordergrund stehen und auch entscheidend sein.

- Eisschnelllauf: Der Vorstand des Eisschnellverbands besteht zu 100% aus Männern. Grundsätzlich hat jeder Fachverband mit dem Geld zu kämpfen, daher sind die Aktivitäten limitiert. Der Eisschnelllaufverband wird zu 100% aus Subventionen finanziert. Ein Genderprojekt wurde beim Bundes-Sportförderungsfonds (BSFF) eingereicht, jedoch wurde schon von vornherein gesagt, dass das Projekt keine Chance hätte. 100% Sport wird aufgefordert, mehr für die Umsetzung von Gender-Projekten zu tun und beim BSFF zu vermitteln. Die Verbände brauchen Support bei Gender-Projekten und auch die Bereitschaft des BSFF, gute Projekte bzw. Verbände, die sich im Gender Bereich engagieren, auch wirklich zu unterstützen.

- Karateverband: Der Verband wurde komplett neu aufgestellt. Auch die Genderbeauftrage ist neu im Amt. Es wurden zahlreiche Projekte beim Fond eingereicht. Es wurde auch ein Gender-Projekt eingereicht, welches sich genau auf die Tagungsschwerpunkte bezieht. Es wird als wichtig erachtet, Unterstützung bei der Projekteinreichung zu erhalten – nicht nur bei Gender-Projekten sondern bei Projekten im Allgemeinen.

- Sport Land Salzburg: In Salzburg wird eine Frauen-Quote (25%) im Sport bereits seit längerem sehr erfolgreich praktiziert. Nach über zehn Jahren ist es leider aber noch immer nicht gelungen, mehr als den verpflichtenden Anteil von Frauen im höchsten Salzburger Sportgremium zu erreichen.

In Salzburg wird zurzeit vor allem im Themenbereich „Maßnahmen gegen sexuelle Gewalt“ gearbeitet, hier im Speziellen an einem Ehrenkodex wobei auch bei Einstellung des Trainingspersonals ein Strafregisterauszug vorzuweisen sein soll.

- Sportunion: Es wird über die Aktivitäten der Sportunion im Themenbereich „Maßnahmen gegen sexuelle Gewalt“ berichtet. Es wurde ein EU Projekt mit europäischen Partnerländern durchgeführt, wo sehr viel Wissen in diesem Themenbereich gesammelt werden konnte.

- Badminton: Der Vorstand des Badmintonverbands besteht ausschließlich aus Männern. Allerdings ist auch die Generalsekretärin als Frau im Vorstand vertreten. Im Trainerbereich gibt es 3 Frauen.

In den Jahren 2011-2014 konnte ein Gender Projekt mit Hilfe von 100% Sport sehr erfolgreich umgesetzt werden. Es zeigen sich nun die ersten Erfolge, nicht nur durch mehr Frauen in unterschiedlichen Bereichen und mehr Athhletinnen, sondern vor allem auch durch die Gender-Sensibilität im Verband.

- Karateverband: Auch im Karateverband wurden unterschiedliche Maßnahmen im Bereich „Maßnahmen gegen sexuelle Gewalt“ gesetzt, so wurde zum Beispiel ein Ehrenkodex entwickelt. Es wird angeregt neue Angebote im Sport zu schaffen, um interessierten Frauen auch Jobmöglichkeiten zu geben.

- Rollsport: Es wird gefordert, dass Frauen, die über eine entsprechende Ausbildung verfügen, auch die Möglichkeit zur Jobbewerbung erhalten sollen – Zugang schaffen! Weiters wird der Verein 100% Sport aufgefordert, sich beim BSFF noch mehr für Gender-Projekte einzusetzen.

- Eishockey: Das Führungsgremium des Eishockeyverbands setzt sich zu 100% aus Männern zusammen. Das Frauenteam ist in den Top 10 weltweit erfolgreich, das Männer Eishockey Team kann keine entsprechende internationale Erfolge vorweisen. Dennoch fließt ein überwiegender Teil der finanziellen Mittel in das Männer Eishockey Team. Auch die mediale Berichterstattung geht in diese Richtung. Nur einzelne Qualitätsmedien berichteten über die Erfolge der Damen.

- Sportklettern: Im Sportklettern gibt es ein sehr ausgewogenes Verhältnis von Frauen und Männern. Das Training findet gemeinsam statt. Im Vorstand sind die Athleten durch eine weibliche und eine männliche Person vertreten. Die Trainervertretung ist weiblich besetzt. Einmal im Jahr gibt es eine Schulung im Bereich Anti Doping. Das Thema „Maßnahmen gegen sexuelle Gewalt im Sport“ könnte ebenso im Rahmen dieser Veranstaltung geschult werden.